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Was ist dran an den Krypto-Vorwürfen gegen Drake?

100 Millionen Dollar Jahresgage, spektakuläre Bitcoin Wetten in Millionenhöhe, 120 Milliarden Spotify-Streams und jetzt eine Sammelklage nach dem RICO-Gesetz. Drakes Partnerschaft mit dem Krypto Casino Stake.us entwickelt sich zum juristischen Albtraum. Was als glamouröses Marketing begann, könnte ein ausgeklügeltes System aus verschleierten Krypto-Flüssen, gefälschten Streams und Bot-Netzwerken sein.

Die Anklage: RICO, Bitcoin und manipulierte Streams

Am 31. Dezember 2024 zerren LaShawnna Ridley und Tiffany Hines den Rap-Superstar vor das Bundesgericht in Virginia. Der Vorwurf: Verstoß gegen den Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act. Ein Gesetz, das ursprünglich gegen organisierte Kriminalität geschaffen wurde. Neben Drake stehen Streamer Adin Ross, der Australier George Nguyen und Sweepsteaks Limited (Muttergesellschaft von Stake.us) auf der Anklagebank.

Die Kläger, die alle US-amerikanischen Stake.us Spieler vertreten, werfen Drake nicht nur vor, ein illegales Online Casino beworben zu haben. Sie behaupten, dass die Krypto-Gewinne von Drake systematisch genutzt wurden, um seine Musikkarriere durch automatisierte Bot-Netzwerke künstlich aufzublasen. 

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Detaillierte Analysen über die Krypto-Gewinne von Drake und deren Verwendung zeigen die Dimension dieses mutmaßlichen Systems. Die Forderung: mindestens 5 Millionen Dollar Schadensersatz plus Juryprozess.

Stake.us: Krypto Casino oder “Social Casino”?

Stake.us gibt sich nach außen als harmlose “Social Casino”-App. Nutzer kaufen virtuelle “Gold Coins” und erhalten “Stake Cash” als Bonus. Offiziell haben die Gold Coins keinen Geldwert. Doch die Kläger argumentieren, dass das Augenwischerei ist.

Das dubiose System funktioniert so:

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  • Nutzer kaufen “Gold Coins”-Pakete
  • Erhalten automatisch “Stake Cash” dazu
  • Nach mehrfachem Durchspielen kann Stake Cash in Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen ausgezahlt werden
  • Alternativ: Auszahlung als Geschenkkarten

Die Kläger nennen das “echtes Glücksspiel mit Krypto-Verschleierung”. Stake.us umgehe damit bewusst US-Glücksspielgesetze. In Virginia und vielen anderen Bundesstaaten ist Online Glücksspiel illegal. Der geschätzte Markt für illegales Krypto Glücksspiel in den USA beträgt 38,7 Milliarden Dollar allein für 2025.

Der 100-Millionen-Dollar-Deal und Bitcoin-Wetten

2022 unterzeichnete Drake einen Werbevertrag mit Stake über 100 Millionen Dollar jährlich. In Livestreams auf Kick zockte er mit Millionen. 354.000 USD beim Roulette, angeblich 38 Millionen in Bitcoin gewonnen, mit Streamer Xposed 20 Millionen vor 40.000 Zuschauern verspielt.

Der Knackpunkt ist, dass Drake und Ross nicht mit eigenem Geld gespielt haben sollen, sondern mit “House Money” von Stake. Ohne dies offenzulegen. Drake selbst postete 2025, über 8,2 Millionen Dollar verloren zu haben. Später löschte er seinen Kick-Account und warf Stake-CEO Ed Craven vor, Auszahlungen zu blockieren.

Die Tipping-Funktion: Geldwäsche-Maschine?

Das Herzstück der Anklage ist Stake.us’ “Tipping”-Feature. Spieler können sich gegenseitig virtuelle Geschenke schicken. Ohne Limit, ohne Aufsicht. Die Kläger nennen es einen “vollständig unregulierten Geldtransmitter außerhalb jeder Finanzaufsicht”.

Konkrete Beispiele aus der Klage:

  • 2023: 100.000 USD “Tip” zwischen Drake und Adin Ross dokumentiert
  • Dezember 2024: “Drizzmas Giveaway” – Drake und Ross verschenken angeblich “große Geldsummen” live
  • Dezember 2024: Stake schenkt Ross ein Auto im Wert von 220.000 Dollar – kurz vor Klageeinreichung
  • Dezember 2025: Drake kündigt an, 10% seiner Stake-Gewinne zu verschenken

Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass diese “Tips” keine Geschenke waren, sondern verschleierte Zahlungen an Bot-Betreiber.

George Nguyen: Der “Grand Wizard” im Schatten

Schlüsselfigur ist George Nguyen, bekannt als “Grand Wizard”. Die Kläger beschreiben ihn als “Broker und operativen Facilitator”. Er empfing Kryptowährungen über Stake, verhandelte mit Bot-Anbietern, koordinierte Verstärkungsstrategien und steuerte bezahlte “Clipping”-Kampagnen auf X. Nguyen soll über die Krypto-Gewinne von Drake die technische Infrastruktur für Stream-Manipulation aufgebaut haben.

Bot-Netzwerke und gefälschte Spotify-Streams

Der explosivste Teil der Anklage: Drake soll 37 Milliarden seiner 120 Milliarden Spotify-Streams zwischen Januar 2022 und September 2025 durch Bot-Netzwerke generiert haben. Das behauptet eine separate Klage des Rappers RBX gegen Spotify, die Drake explizit nennt.

So soll das System funktioniert haben:

  1. Geldfluss über Stake.us Tipping-Funktion an Nguyen
  2. Nguyen finanziert Bot-Farmen und automatisierte Fake-Accounts
  3. Diese Accounts streamen Drakes Musik massenhaft auf Spotify, Apple Music, YouTube Music
  4. Algorithmen interpretieren dies als echte Popularität
  5. Drake landet in kuratierten Playlists, Charts, Empfehlungen
  6. Echte Künstler werden verdrängt, Hörer getäuscht

Die Klage spricht vom “Drake Effect”. Seine scheinbare Omnipräsenz auf Streaming-Diensten habe eine ganze Generation junger Fans beeinflusst, die seinen “glamourösen Lifestyle” bewundern. Dass dieser auf einem Fundament aus Krypto Casinos und Bot-Netzwerken ruhen könnte, sei verschwiegen worden.

Drakes Schweigen und rechtlicher Status

Drake hat sich zur RICO-Klage nicht geäußert. Stake.us nannte die Vorwürfe “nonsense claim” und behauptete, die Tipping-Funktion könne “nicht so genutzt werden”. Die Beweislage aus Chat-Logs, Transaktionsdaten und Social Media Posts spricht jedoch eine andere Sprache.

Es ist die dritte Klage gegen Drake zu Stake. Oktober 2024 in Missouri und New Mexico, Dezember 2024 in Virginia (aktueller RICO-Fall). Alle Vorwürfe sind unbewiesen, Drake gilt als unschuldig. Doch der Reputationsschaden ist real.

Krypto-Branche am Scheideweg

Der Fall zeigt, was passiert, wenn Prominente unregulierte Krypto Anbieter ohne Transparenz bewerben. Für die Krypto-Industrie drohen verschärfte Regulierungen bei Glücksspiel und Celebrity-Endorsements.

Für die Musikindustrie steht eine existenzielle Frage im Raum: Wie viele Streaming-Zahlen sind real? Wenn der Künstler mit 120 Milliarden Spotify-Streams unter Verdacht gerät, 37 Milliarden gekauft zu haben, wackelt die Glaubwürdigkeit des gesamten Systems. Das Verfahren wird zeigen, ob Drake Opfer seines Marketingteams ist oder Architekt eines Systems, das Kryptowährungen nutzte, um die Charts zu hacken.

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