Der US-Senat hat am 17. Juni mit 68 zu 30 Stimmen den GENIUS Act verabschiedet und damit den ersten bundesstaatlichen Rahmen für an den Dollar gebundene Stablecoins geschaffen.
Das Gesetz geht nun an das Repräsentantenhaus und, falls es angenommen wird, an den Schreibtisch von Präsident Trump. Während die Krypto-Community die regulatorische Klarheit für Token wie USDC und USDT feiert, warnen Analysten, dass Stablecoins allein nicht alle Herausforderungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr lösen können.
Sie argumentieren, dass die Rolle von XRP als neutrales „Brücken-Asset“ noch wichtiger werden könnte, da Banken nach zuverlässigen Liquiditätslösungen suchen.
GENIUS-Gesetz setzt Leitplanken für $217 Mrd. Stablecoin-Markt
Das GENIUS-Gesetz schreibt vor, dass Stablecoins, die durch den US-Dollar gedeckt sind, 100 % ihrer Reserven in liquiden Vermögenswerten – US-Dollar, Schatzanweisungen oder ähnlichen Instrumenten – halten und die Zusammensetzung der Reserven monatlich melden müssen.
Der Gesetzentwurf betrifft die beiden größten Stablecoins: USDT von Tether ($155 Milliarden Marktkapitalisierung) und USDC von Circle ($61,6 Milliarden). Dieser 217 Milliarden Dollar schwere Sektor drängt seit langem auf klare Regeln, um die institutionelle Akzeptanz zu fördern.
Die Banken verlassen sich bei der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen nach wie vor auf Nostro-/Vostro-Konten – vorfinanzierte Fiat-Konten bei Korrespondenzbanken.
Heute befinden sich auf diesen Konten weltweit etwa 27 Billionen Dollar. Branchenexperten sagen voraus, dass diese Summe in den kommenden Jahren 50 Billionen Dollar übersteigen könnte, da die Banken den Stablecoins und den digitalen Währungen der Zentralbanken weiterhin misstrauisch gegenüberstehen. Diese Vorsicht hinterlässt eine Lücke, die ein neutraler, dezentraler Brückenwert wie XRP füllen kann.
Werden Stablecoins XRP brauchen?
Stablecoins eignen sich hervorragend zum Halten von Werten, aber nicht zum Bewegen von Werten über verschiedene Ledger hinweg. Die Übertragung von USDC von einem US-Emittenten zu einer Partnerbank in Asien ist in der Regel mit mehreren Überweisungen und Abwicklungsverzögerungen verbunden.
XRP hingegen bewegt den Wert innerhalb von Sekunden direkt zwischen den Parteien, mit Endgültigkeit und minimalem Kontrahentenrisiko. Daher würde selbst ein vollständig reguliertes Stablecoin-Ökosystem in Korridoren, in denen Vertrauen und Geschwindigkeit am wichtigsten sind, immer noch auf XRP zurückgreifen.
Das Netzwerk der Bankpartner von Ripple hat sich stetig erweitert. Eine Reihe von Finanzinstituten auf der ganzen Welt haben die Technologie von Ripple in ihre grenzüberschreitenden Zahlungssysteme integriert.
In Nordamerika nutzen die US-Niederlassung von Santander und die kanadische CIBC (Canadian Imperial Bank of Commerce) Ripple. In Südamerika nehmen die brasilianische Itaú Unibanco und BeeTech teil, während in Asien die indische Kotak Mahindra Bank und IndusInd, Singapurs InstaReM, Chinas LianLian und Japans SBI Remit vertreten sind.
Der Nahe Osten wird von der RAKBANK in den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten. In Europa gibt es mehrere Partner, darunter die schwedische SEB und die britischen Unternehmen IFX, TransferGo und Currencies Direct. Die australische Airwallex vervollständigt die Liste, ebenso wie die thailändische Siam Commercial Bank und Krungsri.

In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf X argumentierte ein Experte, dass die Banken den Stablecoins der anderen nicht vertrauen werden, um große Geldströme abzuwickeln. „Sie brauchen einen neutralen Vermögenswert“, schrieb der Analyst. „XRP kann als dieser gemeinsame Nenner dienen.“
Regulatorische Klarheit vs. Liquiditätsbedürfnisse
Das GENIUS-Gesetz befasst sich mit der Transparenz der Reserven und der Haftung der Emittenten. Es befasst sich nicht mit der kettenübergreifenden Liquidität. Banken sehen sich bei der internationalen Übertragung von Stablecoins immer noch mit Währungspaar-Unstimmigkeiten und Kontrahenten-Limiten konfrontiert.
Das On-Demand-Liquiditätsmodell von XRP umgeht diese Hürden, indem es Liquidität nur dann beschafft, wenn Transaktionen stattfinden. Dieses Modell könnte an Zugkraft gewinnen, wenn Stablecoin-Emittenten und Banken die neuen Regeln verdauen.
Es wird erwartet, dass das Repräsentantenhaus den GENIUS Act im Juli verabschieden wird, wie Kongressmitarbeiter berichten. Nach der Unterzeichnung haben die Emittenten von Stablecoins sechs Monate Zeit, um die Reserve- und Berichtspflichten zu erfüllen.
Parallel dazu drängt Ripple weiterhin auf eine breitere Nutzung von XRP als Brücken-Asset. Kommentatoren sagen, dass die Koexistenz von Stablecoins und XRP die Innovation im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr vorantreiben und die Kosten und Abwicklungszeiten senken könnte.






