Wichtige Einblicke:
- Die Investitionen von Paradigm verdeutlichen, dass das Unternehmen sowohl in die Chancen als auch in die Risiken von KI-Krypto investiert.
- Krypto-KI ermöglicht es, ältere Smart Contracts schneller und kostengünstiger anzugreifen, und zieht gleichzeitig mehr Risikokapital in die Branche.
Am 8. und 9. Juli gingen zeitgleich zwei Meldungen ein, die zwei unterschiedliche Sichtweisen auf AI Crypto beleuchteten.
Paradigm ist eine der größten Krypto-Venture-Capital-Gesellschaften. Das Unternehmen kündigte einen neuen Fonds in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar an, der in Bereiche außerhalb des Bereichs der digitalen Vermögenswerte investieren soll, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, Robotik und andere Zukunftstechnologien.
Zudem haben Sicherheitsforscher im Bereich Blockchain davor gewarnt, dass KI-Tools Angriffe auf Smart Contracts einfacher und kostengünstiger machen. Hacker können nun innerhalb weniger Minuten Tausende von Verträgen scannen und nach Schwachstellen in inaktivem Code suchen.

Beide Geschichten drehen sich um KI-Kryptowährungen, doch ihre Entwicklungen verlaufen völlig unterschiedlich.
Das bedeutendste Investitionssignal von AI Crypto seit Jahren
Paradigm gab am Mittwoch die Auflegung eines Fonds im Umfang von 1,2 Milliarden US-Dollar bekannt. Das Unternehmen hatte zuvor im Jahr 2021 2,5 Milliarden US-Dollar und im Jahr 2024 850 Millionen US-Dollar aufgebracht und konzentriert sich ausschließlich auf Investitionen in digitale Vermögenswerte.
Dieser jüngste Fonds in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar wird jedoch in KI, Robotik und Kryptowährungen investieren – Bereiche, die Paradigm als „Start-ups im Bereich der Zukunftstechnologien“ bezeichnet.
Paradigm hat bereits in Unternehmen außerhalb des Kryptobereichs investiert, wie beispielsweise Zipline, ein Drohnen-Lieferunternehmen, dessen Wert im Januar 2026 auf 7,6 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, sowie True Anomaly, ein Start-up im Bereich Weltraumverteidigung, dessen Wert im April auf 2,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde. Darüber hinaus hat das Unternehmen im Kryptobereich in Hyperliquid, Kalshi, Tempo sowie in eine gemeinsam mit Stripe gegründete, auf Stablecoins spezialisierte Blockchain investiert.

Matt Huang, Mitbegründer von Paradigm, erläuterte bereits im Jahr 2023 in einem Beitrag auf X den Zusammenhang zwischen KI und Kryptowährungen. Er erklärte, dass die beiden Bereiche nicht miteinander konkurrieren und dass es „zahlreiche Überschneidungen“ zwischen den Technologien geben werde.
Das dringlichste Sicherheitsproblem bei KI-Kryptowährungen
Während Paradigm den Optimismus hinsichtlich der KI hervorhob, warnten Sicherheitsforscher vor den kurzfristigen Risiken, die von der KI ausgehen könnten.
Nach Angaben von CertiK haben Hacker allein im ersten Halbjahr 2026 1,32 Milliarden US-Dollar aus Krypto-Protokollen und Smart Contracts entwendet. Das Unternehmen wies zudem darauf hin, dass Angreifer fortschrittliche automatisierte Tools einsetzen, mit deren Hilfe sie Sicherheitslücken in zahlreichen Protokollen oder Smart Contracts gleichzeitig aufspüren können.
Im Bericht von SlowMist für das erste Halbjahr 2026 heißt es, dass zwar die Gesamtsumme der durch Hackerangriffe entstandenen Verluste um rund 60 % zurückgegangen sei, die Anzahl der Angriffe jedoch um 50 % gestiegen sei. Dies deutet darauf hin, dass Angriffe immer häufiger auftreten.

Im Dezember 2025 testeten Forscher von Anthropic KI-Agenten an 2.849 neu gestarteten Smart Contracts, bei denen keine Sicherheitsprobleme oder Schwachstellen bekannt waren. Dennoch entdeckten die Agenten zwei Schwachstellen und erstellten Angriffscode, dessen Rechenaufwand sich auf 3.476 US-Dollar belief. Dabei wurden Verträge im Wert von 3.694 US-Dollar angezogen. Diese Studie kam zu dem Schluss, dass gewinnbringende Angriffe mittels KI technisch möglich sind.
Wo sich die beiden Perspektiven verbinden
Paradigm und OpenAI haben ein Open-Source-Tool zur Sicherheit von Smart Contracts entwickelt, das unter dem Namen EVMbench bekannt ist. Es verbindet den Investitionsansatz von Paradigm mit den von Forschern geäußerten Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit KI.
Dieses Tool nutzt KI-Agenten, um Probleme und Schwachstellen in Verträgen der Ethereum Virtual Machine zu identifizieren und zu beheben. Dies zeigt, dass Paradigm nicht nur in KI- und Krypto-Unternehmen investiert, sondern auch Tools entwickelt, die die Sicherheit des Krypto-Ökosystems fördern.
Künstliche Intelligenz stellt eine neue Sicherheitsbedrohung für Kryptowährungen dar, insbesondere im Zusammenhang mit inaktiven Smart Contracts, in denen Gelder hinterlegt sind. Jüngste Angriffe auf inaktive Protokolle deuten darauf hin, dass einmalige Prüfungen möglicherweise nicht mehr ausreichen, um Smart Contracts zu sichern. Der Grund dafür ist, dass Angreifer über bessere Automatisierungstools und KI-gestützte Abwehrmechanismen verfügen.
Der 1,2-Milliarden-Dollar-Fonds von Paradigm, EVMbench sowie die umfassendere KI-Krypto-Infrastruktur, die derzeit von Coinbase, Stripe und anderen Akteuren aufgebaut wird, deuten darauf hin, dass der nächste Trend im Kryptobereich KI-native Werkzeuge erfordert, um neue Kryptosysteme zu entwickeln und zu schützen.
Zwar schafft die KI neue Sicherheitsrisiken, doch treibt sie gleichzeitig Investitionen und Innovationen im Kryptobereich voran. Das Kapital, das in den KI-Krypto-Bereich fließt, ist echt und stammt von institutionellen Anlegern. Beide Trends entwickeln sich parallel, ungeachtet kurzfristiger Schwankungen der Kryptopreise.






