Der CEO von Ava Labs, Emin Gün Sirer, hat Bedenken geäußert, dass die geschätzte Million Bitcoin-Bestände von Satoshi Nakamoto durch zukünftige Quantencomputer-Angriffe verwundbar sein könnten.
Er wies auf einen bestimmten technischen Aspekt der frühen Bitcoin-Adressen hin, der sie besonders anfällig machen könnte.
In einer detaillierten Analyse, die auf X geteilt wurde, erklärte Sirer, dass moderne Kryptowährungssysteme zwar robust gegenüber den aktuellen Fähigkeiten des Quantencomputers sind, das Vermögen des Bitcoin-Schöpfers jedoch aufgrund der Verwendung eines veralteten Adressformats namens Pay-To-Public-Key (P2PK) einzigartigen Risiken ausgesetzt sein könnte.
Diese Enthüllung kommt zu einer Zeit, in der die Entwicklung von Quantencomputern schnell voranschreitet und Diskussionen über langfristige Sicherheitsmaßnahmen für Kryptowährungen auslöst.
Wie ist Satoshi Nakamotos BTC gefährdet?
Die Hauptschwachstelle liegt in der frühen Implementierung des Pay-To-Public-Key (P2PK)-Formats in Bitcoin.
Dieses System legt die öffentlichen Schlüssel direkt offen, anstatt die heute verwendeten, sichereren Hashing-Methoden zu verwenden.
Moderne Bitcoin-Adressen schützen die öffentlichen Schlüssel durch mehrere Schichten von Hashes. Dies macht sie resistent gegen Quantenangriffe, da sie nur den Hash eines Hashes preisgeben.
Die ersten von Satoshi Nakamoto geprägten Münzen verwendeten jedoch P2PK, wodurch der öffentliche Schlüssel auf unbestimmte Zeit offengelegt wird.
Diese Aufdeckung schafft, was Sirer als “die Mutter aller Kryptographie-Bounties” für potenzielle Quanten-Angreifer bezeichnet.
Im Gegensatz zu modernen Transaktionen, bei denen Angreifer nur ein kurzes Zeitfenster zwischen der Übertragung einer Transaktion und ihrer Bestätigung haben, präsentieren P2PK-Adressen ihre öffentlichen Schlüssel kontinuierlich.
Für aktuelle Bitcoin-Transaktionen müssten Quanten-Angreifer die Verschlüsselung innerhalb von 5 bis 30 Minuten knacken. Dies würde erfolgreiche Angriffe sehr unwahrscheinlich machen.
Durch die erweiterte Offenlegung von P2PK-Adressen entfällt jedoch diese zeitliche Beschränkung für Satoshi Nakamotos Münzen, so dass Angreifer theoretisch unbegrenzt Zeit haben, um zu versuchen, die Verschlüsselung zu knacken, sobald Quantencomputer ausreichend leistungsfähig werden.
Aktuelle Krypto-Sicherheitsmaßnahmen
Moderne Kryptowährungssysteme verwenden ausgeklügelte Sicherheitsmaßnahmen, die einen robusten Schutz gegen Quantenbedrohungen bieten.
Sirer betont, dass Quanten-Angreifer bei aktuellen Blockchain-Plattformen wie Avalanche nur ein extrem kleines Zeitfenster von nur einer Sekunde hätten, um eine Transaktion zu kompromittieren.
Die zehnminütige Blockzeit von Bitcoin bietet ein längeres, aber immer noch schwieriges Zeitfenster von etwa 5-30 Minuten für mögliche Angriffe.
Die Industrie hat bereits damit begonnen, quantenresistente Lösungen zu implementieren. Avalanche hat zum Beispiel Gitterkryptographie-Implementierungen entwickelt, die jedoch aufgrund ihrer größeren Signaturgrößen – etwa zehnmal größer als die aktuellen Signaturen – noch nicht eingesetzt werden.
Dieser proaktive Ansatz zeigt, wie sich die Blockchain-Technologie im Vorgriff auf zukünftige Sicherheitsherausforderungen weiterentwickelt.
Sirer weist darauf hin, dass die Fortschritte beim Quantencomputing zwar bemerkenswert sind, aber keine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit von Kryptowährungen darstellen.
Sirer schlägt mehrere mögliche Maßnahmen vor
Da die Fähigkeiten des Quantencomputers immer weiter fortschreiten, schlägt Sirer mehrere mögliche Maßnahmen vor, um die Verwundbarkeit der frühen Bitcoin-Adressen zu beheben.
Die direkteste Lösung, die vorgeschlagen wird, ist die Umsetzung einer von der Gemeinschaft getragenen Initiative zum Einfrieren von Satoshi Nakamotos Münzen und anderen P2PK UTXOs durch ein Protokoll-Update.
Dies könnte die Festlegung eines Verfallsdatums beinhalten, nach dem diese älteren Adressformate inaktiv werden und somit effektiv vor Quantum-Angriffen geschützt sind.
Der Zeitplan für die Umsetzung solcher Schutzmaßnahmen bleibt flexibel, da praktische Quantenangriffe noch “Jahrzehnte entfernt” sind, so Sirer.
Diese Pufferzeit ermöglicht es der Kryptowährungsgemeinschaft, sorgfältig über Lösungen nachzudenken und diese zu implementieren, während sie gleichzeitig die Entwicklung des Quantencomputers beobachtet.
Der CEO von Ava Labs betont, dass die Blockchain-Technologie nicht stillsteht – Plattformen wie Avalanche sind bereit, bei Bedarf quantenresistente Signaturen einzusetzen.






