Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat auf Kommentare zur frühen Struktur des amerikanischen Zahlungsriesen Visa Inc. reagiert.
In seinem jüngsten Beitrag über X verglich er das Unternehmen mit modernen dezentralen Organisationen.
Seine Äußerungen kamen zu einem Zeitpunkt, als die Debatten über die Rolle von Visa und Mastercard bei der Beschränkung bestimmter Videospiele weitergingen.
Ethereum-Gründer vergleicht das frühe Modell von Visa mit modernen DAOs
Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin beteiligte sich an einer Diskussion in den sozialen Medien, die von Mihailo Bjelic von Polygon gestartet wurde.
In seinem Beitrag über X wies Bjelic darauf hin, dass Visa als Genossenschaft begann und beschrieb es als “eine Proto-DAO”.
Er wies darauf hin, dass auch mehrere Banken auf ähnliche Weise begannen, bevor sie sich zu gewinnorientierten Unternehmen wandelten.
In seinem Beitrag sagte Buterin, dass Visa mit Prinzipien gegründet wurde, die an die heutigen dezentralen autonomen Organisationen (DAOs) erinnern.
Im Laufe der Zeit, so sagte er, ging das Netzwerk zu einem Modell über, das heute von vielen als zentralisiert und auf die Erhebung von Gebühren ausgerichtet angesehen wird.

Er nannte die Händlergebühren als einen der Hauptgründe für diese Wahrnehmung.
Der Austausch zwischen den beiden Krypto-Persönlichkeiten fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die aktuelle Rolle von Visa in der digitalen Wirtschaft öffentlich in Frage gestellt wurde.
Anhaltende Streitigkeiten über seinen Einfluss auf den Verkauf bestimmter Spiele haben das Zahlungsnetzwerk in den Mittelpunkt einer breiteren Diskussion über Finanzkontrolle gestellt.
Steam, Itch.io und der Streit um den Zahlungsprozessor
In den letzten Wochen haben die Videospielplattformen Steam und itch.io Änderungen an ihren Kategorien für Erwachsenenspiele vorgenommen.
Einige Titel wurden entfernt oder ihre Auffindbarkeit erschwert. Beide Unternehmen erklärten, sie hätten gehandelt, nachdem Bedenken geäußert wurden, dass sie den Zugang zu wichtigen Zahlungssystemen verlieren könnten.
Die Aktivistengruppe Collective Shout hat bestätigt, dass sie Visa und Mastercard wegen Spielen kontaktiert hat, die ihrer Meinung nach Gewalt gegen Frauen fördern.
Die Gruppe sagte, sie habe nicht gefordert, dass alle nicht jugendfreien Inhalte vom Netz genommen werden, aber einige Plattformen hätten sich dafür entschieden, weitergehende Beschränkungen anzuwenden.
Visa und Mastercard haben es beide abgelehnt, Plattformen zu beauftragen, bestimmte Spiele zu entfernen.
Sie sagten, dass sie alle legalen Käufe erlauben, aber von den Händlern erwarten, dass sie Transaktionen für illegales oder markenschädigendes Material verhindern.
Valve, das Unternehmen hinter Steam, sagte, es habe die Nachricht indirekt über Banken und andere Vermittler erhalten und nicht direkt von Visa oder Mastercard.
Diese Änderungen lösten Widerstand bei Spielern und Entwicklern aus. Einige Entwickler machten ihre Spiele kostenlos, um Zahlungsstreitigkeiten zu vermeiden.
Alternative Online-Shops wie Nutaku boten an, mit den von den Beschränkungen betroffenen Künstlern zusammenzuarbeiten.
Verbindung zwischen Krypto-Idealen und Kontrolle des Zahlungsnetzwerks
Die Diskussion zwischen Buterin und Bjelic erregte Aufmerksamkeit, weil sie die Geschichte von Visa mit allgemeineren Fragen zur Kontrolle von Finanzsystemen verband.
Interessanterweise sagten beide, dass einige Gruppen sich zunächst ausbreiten, später aber von einigen wenigen Personen kontrolliert werden.
In der Kryptowirtschaft glauben viele, dass die Streuung verhindert, dass eine Person oder ein Unternehmen die ganze Macht hat.
Der Kampf um Bezahlsysteme und Spielinhalte zeigt, dass einige wenige Leute immer noch die meiste Macht haben können, selbst wenn eine Plattform viele Nutzer hat.
Letzten Monat wurde die Debatte lauter. Einige Branchenvertreter schlugen neue Zahlungsmöglichkeiten vor, z. B. die Schaffung eigener Zahlungsabwickler.
Außerdem erwähnten sie die Verwendung von Token oder die Schaffung separater Blockchain-basierter Marktplätze für Erwachseneninhalte, die nicht von Visa oder Mastercard abhängig sind.
Andere plädierten dafür, dass die Plattformen die Zahlungsbeschränkungen auf die betroffenen Inhalte beschränken und den Rest ihres Betriebs unverändert lassen sollten.
Vitalik Buterin nannte keine konkreten Pläne, aber er sagte, dass der Wechsel von Visa von einer Genossenschaft zu einem zentralisierten Unternehmen ein gutes Beispiel sein könnte, das man sich ansehen sollte.
Sowohl für die Glücksspiel- als auch für die Blockchain-Community war das Thema die Balance zwischen offenem Zugang und finanzieller Netzwerkpolitik.
Die anhaltende Diskussion zeigte, wie Bezahlsysteme die Verfügbarkeit von Inhalten beeinflussen können, selbst wenn das Material nach dem Gesetz legal bleibt.






