Wichtige Einblicke:
- Polygon hat Ethereum bei den täglichen Gebühren übertroffen.
- Polymarket war der Haupttreiber für das Wachstum der Netzwerkaktivitäten.
- Die Stablecoin-Nutzung auf Polygon ist ebenfalls gestiegen.
Die Daten von Token Terminal zeigen, dass Polygon am Freitag über $407.100 an täglichen Transaktionsgebühren generiert hat und damit zum ersten Mal die $211.700 von Ethereum übertroffen hat. Diese Verschiebung markiert eine seltene Umkehrung der Gebührenführerschaft zwischen den beiden Netzwerken. Dieser Schritt folgte auf einen Anstieg der Aktivitäten auf den Prognosemärkten, die auf Polygon gehostet werden.
Der Gebührenanstieg bei Polygon veränderte die kurzfristige Marktmeinung über die Dominanz von Ethereum. Polygon ist eine Layer-2-Skalierungslösung, die auf Ethereum aufbaut. Dennoch übertraf es kurzzeitig seine Basisschicht bei der täglichen Gebührengenerierung. Diese Dynamik lenkte die Aufmerksamkeit auf den Transaktionsdurchsatz von Polygon und die Nachfrage auf Anwendungsebene.
Gebührenanstieg gefolgt von konzentrierter App-Aktivität
Der Mitbegründer von Growthepie, Matthias Seidl, erklärte auf X, dass das jüngste Aktivitätswachstum von Polygon “vollständig von Polymarket angetrieben” wurde. Seine Daten zeigen, dass Polymarket in den letzten sieben Tagen etwas mehr als 1 Million Dollar an Gebühren generiert hat. Die nächstgrößere App, Origin World, hat im gleichen Zeitraum etwa 130.000 $ eingebracht.

Diese Konzentration deutet darauf hin, dass der Anstieg nicht auf alle dezentralen Anwendungen verteilt war. Stattdessen hat eine Plattform für Prognosemärkte den Großteil der zusätzlichen Nachfrage angeheizt. Polygon beherbergt Polymarket, das 2020 an den Start ging und während der letzten Wahlzyklen schnell expandierte.
Das Team von Polygon schrieb auf X, dass über 15 Millionen Dollar an Wetten auf eine einzige Kategorie des Oscar-Marktes platziert wurden. In dem Beitrag wurde betont, dass Polygon als Abrechnungsebene für diese Transaktionen diente. Diese Aktivität schlug sich direkt in Netzwerkgebühren nieder.

Am darauffolgenden Tag verringerte sich der Abstand der Gebühren. Polygon erwirtschaftete am Samstag rund 303.000 $ an täglichen Gebühren, während Ethereum etwa 285.000 $ verzeichnete. Der Rückgang deutet darauf hin, dass Ethereum trotz der vorübergehenden Kehrtwende die zugrunde liegende Gebührenstabilität beibehält.
Stablecoin Flows bietet zusätzliche strukturelle Unterstützung
Der Polygon-Datenanalyst Petertherock berichtete, dass das Netzwerk einen neuen Wochenhöchststand von 28 Millionen USD Coin-Transaktionen verzeichnete. Circle gibt USD Coin aus und arbeitet als Stablecoin mit Dollaranbindung. Die steigenden Transaktionszahlen deuten auf eine breitere Nutzung jenseits der Prognosemärkte hin.

Stablecoin-Transfers deuten oft auf Abrechnungs- und Handelsaktivitäten auf dezentralen Finanzplattformen hin. Wenn diese Überweisungen zunehmen, folgen die Gebühreneinnahmen in der Regel. Diese Beziehung wurde auf Polygon während des jüngsten Anstiegs sichtbar.
Die rollierenden Daten von Token Terminal zeigen, dass die durchschnittlichen täglichen Gebühren in den letzten 30 Tagen auf Ethereum höher waren als auf Polygon. Die kurzfristige Umkehrung hat den längerfristigen Vorsprung von Ethereum nicht zunichte gemacht. Sie zeigte jedoch, wie die anwendungsspezifische Nachfrage die Gebührenströme vorübergehend umlenken kann.
Anreize für Bauherren und Netzwerkpositionierung
Die Prognosemärkte gewannen nach den letzten US-Wahlen an Bedeutung. Mehrere Kryptounternehmen brachten konkurrierende Produkte auf den Markt, da Händler nach ereignisgesteuerten Engagements suchten. Polymarket wurde zu einer der aktivsten Plattformen in diesem Segment.
Polygon positionierte sich als kosteneffiziente Ausführungsebene für hochfrequente Mikrotransaktionen. Aufgrund der niedrigeren Transaktionskosten war es für Wettmärkte geeignet, die eine schnelle Abwicklung erfordern. Dieses Design hat wahrscheinlich den Einfluss von Polymarket auf die Gesamtgebühren verstärkt.
Das Netzwerk verwies auch auf den Einsatz von vertrauenslosen Agenten, um Chancen auf Prognosemärkten zu nutzen. Automatisierte Agenten können Strategien ohne manuelles Eingreifen ausführen und so die Transaktionsfrequenz erhöhen. Eine höhere Transaktionsfrequenz wirkt sich direkt auf die Generierung von Gebühren aus.
Ethereum hingegen setzte weiterhin auf die Abrechnung auf der Basisschicht und breitere dezentrale Finanzaktivitäten. Während es tiefere Liquiditätspools und die Sicherheit der Validierer beibehielt, blieb seine Gebührenstruktur höher. Dieser Kostenunterschied kann dazu führen, dass bestimmte Anwendungsfälle auf Layer-2-Netzwerke umgelenkt werden.
Der jüngste Umschwung spiegelt also eher ein anwendungsbedingtes Volumen als eine strukturelle Verschiebung der Dominanz wider. Das Ökosystem von Polygon profitierte von einem konzentrierten Anstieg. Ethereum behielt diversifizierte Einnahmequellen über dezentrale Börsen, Kreditprotokolle und Staking-Aktivitäten bei.
Wenn die Aktivitäten auf dem Polymarkt weiterhin so hoch bleiben, könnte Polygon in naher Zukunft die Gebührenparität halten. Der nächste Test wird jedoch kommen, wenn sich die ereignisgesteuerten Wetten normalisieren. Die breitere Basis von Ethereum könnte sich wieder durchsetzen, wenn das Volumen des Prognosemarktes zurückgeht.






