Wichtige Einblicke
- Die MSTR-Aktie erholte sich, da Strategy die künftige Emission an eine Bewertungsdisziplin nahe dem 1-fachen mNAV knüpfte.
- Im Rahmen der Strategie wurden Rückkäufe genehmigt und der Verkauf von Bitcoin begrenzt, um die Bonität zu sichern.
- Die STRC-Aktie steht weiterhin im Mittelpunkt, da das Unternehmen die Dividenden erhöht und seine Liquidität wieder aufbaut.
Die MSTR-Aktie erholte sich am Montag, nachdem Strategy einen umfassenderen Kapitalplan für seine mit Bitcoin unterlegte Bilanz vorgestellt hatte. Die Aktie notierte bei 85,09 US-Dollar, was einem Anstieg von 3,38 % entspricht, nachdem sie am Vortag mit Kursverlusten geschlossen hatte.
Die Erholung folgte auf die Erklärung von Michael Saylor, wonach das Unternehmen eine disziplinierte Ausgabe von MSTR-Aktien nahe dem 1-fachen mNAV erwartet. Diese Mitteilung trug dazu bei, die Befürchtungen hinsichtlich einer Verwässerung zu zerstreuen, nachdem das Eigenkapital und die Vorzugsaktien von Strategy monatelang unter Druck gestanden hatten.
Das Unternehmen erklärte, sein neues „Digital Credit Capital Framework“ solle die Liquidität verbessern und den langfristigen Unternehmenswert sichern. Es markiert zudem einen Wandel in der Art und Weise, wie Strategy sein Bitcoin-Engagement verwaltet.
Das Unternehmen ist nach wie vor ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen, doch Bitcoin wird nun unter strengen Auflagen als einsetzbares Kapital betrachtet.
Der MSTR-Aktienplan sieht eine Reserve sowie die Befugnis zum Rückkauf vor
Das strategische Rahmenkonzept umfasst fünf Hauptkomponenten. Dazu gehören eine US-Dollar-Reservepolitik, eine überarbeitete STRC-Aktiendividendenpolitik, der Rückkauf von Kreditsicherheiten, der Rückkauf von MSTR-Aktien sowie ein Programm zur Monetarisierung von Bitcoin.

Das Unternehmen meldete eine Rücklage in Höhe von 2,55 Milliarden Dollar. Zudem erhielt es vom Vorstand die Genehmigung für eine Bitcoin-Verwertungskapazität von bis zu 1,25 Milliarden Dollar. Zusammen bieten diese Instrumente eine Dividenden- und Zinsdeckung von rund 3,80 Milliarden Dollar. Strategy erklärte, dies entspreche einer Liquiditätsreichweite von 25,9 Monaten, berechnet auf der Grundlage der aktuellen Dividendenzahlungen für Vorzugsaktien.
Der Vorstand hat zudem eine feste Mindestdeckungsquote festgelegt. Strategy (MSTR) muss eine Liquiditätsdeckung von mindestens 12 Monaten aufrechterhalten, sofern der Vorstand keine niedrigere Quote genehmigt. Diese Regelung verschafft den Anlegern einen klareren Überblick darüber, wie mit Barmitteln, Verbindlichkeiten, Dividenden und Bitcoin-Verkäufen umgegangen werden könnte.
Der Rückkaufplan lieferte ein weiteres positives Signal. Im Rahmen der Strategie wurden Mittel in Höhe von bis zu 1 Milliarde US-Dollar für digitale Kreditwertpapiere bewilligt. Zudem wurden Mittel in Höhe von bis zu 1 Milliarde US-Dollar für den Rückkauf von Stammaktien der Klasse A genehmigt. Es wird erwartet, dass die STRC-Aktie im Rahmen des Kreditrückkaufplans vorrangig berücksichtigt wird.
Die Kursaussichten für die MSTR-Aktie hängen von der STRC-Aktie und Bitcoin ab
Das Programm zur Monetarisierung von Bitcoin stellt die wichtigste Änderung in der Unternehmensführung dar. Strategy darf Bitcoin ausschließlich für drei genehmigte Zwecke verkaufen. Damit kann das Unternehmen die Dollarreserve aufbauen, Vorzugsdividenden und Zinsen finanzieren oder Aktienrückkäufe finanzieren.
Jeder Verkauf, der über diese Verwendungszwecke hinausgeht, bedarf einer gesonderten Genehmigung durch den Vorstand. Das Programm sieht weder eine feste Frist noch einen vorgeschriebenen Verkaufsbetrag vor. Damit handelt es sich um ein bedingtes Instrument und nicht um einen festgelegten Liquidationsplan.
Dennoch ist diese Änderung für die MSTR-Aktie von Bedeutung. Die Strategie geht nun über ein reines Akkumulationsmodell hinaus. Bitcoin bleibt zwar weiterhin der wichtigste Bestandteil der Währungsreserven, kann nun jedoch zur Liquiditätssicherung beitragen, wenn die Marktbedingungen dies erfordern.

Finanzvorstand Andrew Kang erklärte, diese Struktur biete Strategy Flexibilität für den Fall, dass die Verwertung von Bitcoin der Ausgabe von Stammaktien vorzuziehen sei. Dies ist von Bedeutung, da die Ausgabe von Stammaktien Druck auf die Aktionäre ausüben kann, wenn die Aktie nahe am Nettovermögenswert gehandelt wird.
Strategy hat zudem die jährliche Dividendenrendite der STRC-Aktie auf 12 % angehoben. Der neue Satz gilt für halbmonatliche Zeiträume mit Stichtagen ab dem 1. Juli 2026. Das Unternehmen strebt an, dass die STRC-Aktie näher an ihrem angestrebten Kurs von 100 US-Dollar gehandelt wird.
Die Dividendenquote wird monatlich überprüft. Dabei werden die Handelsniveaus des STRC, die Kursentwicklungen von Bitcoin, die Volatilität, die Kreditspreads, die Deckungsquote der Reserven sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt.
Die Erholung ändert nichts an der schwachen technischen Ausgangslage. Die MSTR-Aktie notiert weiterhin unterhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, wobei die Unterstützung bei etwa 78 US-Dollar und der Widerstand bei etwa 92 US-Dollar liegt. Analysten gehen auch nach der kurzfristigen Erholung weiterhin von Verkaufsdruck aus.
Als Nächstes gilt es zu prüfen, ob Strategy das Vertrauen wiederherstellen kann, ohne dass es zu einer starken Verwässerung kommt. Die Anleger werden die 8-K-Meldungen im Hinblick auf die Monetarisierung von Bitcoin, Veränderungen der Rücklagen, Aktienrückkäufe sowie etwaige neue Aktivitäten an den Kapitalmärkten genau beobachten.






