Die Wirtschaftstätigkeit in Russland ist von Instabilität geprägt. Angesichts des wachsenden Drucks wendet sich Präsident Wladimir Putin der Kryptowährung zu. Am 29. November unterzeichnete er ein Gesetz, das Kryptowährungen offiziell als Eigentum klassifiziert.
Der russische Rubel fiel am 27. November auf den niedrigsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Die russische Währung brach zum ersten Mal seit März 2022 unter 110 gegenüber dem Dollar.
Auch gegenüber dem chinesischen Yuan sank er auf ein historisches Tief, indem er unter 15 fiel. Dieser Absturz fällt mit den zunehmenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der zunehmenden Verschärfung der Sanktionen zusammen.
Auch dem Aktienmarkt erging es nicht besser, um es vorsichtig auszudrücken. Er ist zum Jahresende hin um fast 20% gefallen. Die Menschen ziehen ihre Investitionen zurück und verlagern ihre Gelder auf sicherere Bankkonten.
Das Maklerunternehmen BCS kommentierte die Situation als Panik in einem Umfeld der Unsicherheit. Der russische Rubel und die Aktienmärkte rutschen weiter ab, und alle warten nun auf die Aktionen der russischen Finanzexperten.
Russland setzt auf Krypto als Stabilitätsanker
Putins Schritt könnte es Russland ermöglichen, die Sanktionen zu umgehen und Handel außerhalb des traditionellen Finanzsystems zu betreiben.
Das Gesetz bringt bedeutende Änderungen mit sich. Krypto-Miner werden keine Mehrwertsteuer mehr auf ihre Aktivitäten zahlen. Die Einnahmen aus dem Mining werden nun als “Naturaleinkommen” eingestuft und zum Normalsatz besteuert.
Persönliche Einkünfte bis zu 2,4 Millionen Rubel ($22.000) werden mit 13% besteuert, während höhere Beträge mit 15% besteuert werden. Die Unternehmenssteuern bleiben bei 25%. Bergleute müssen ihre Aktivitäten den Steuerbehörden melden oder riskieren Geldstrafen.
Diese neuen Regeln kommen nur wenige Wochen nach Inkrafttreten eines anderen Gesetzes zur Regulierung des Krypto-Minings.
Dieses Gesetz legte Obergrenzen für den Energieverbrauch fest und erlaubte bestimmten Unternehmen, internationale Zahlungen über die Bank von Russland zu tätigen. Es ist klar, dass Russland Kryptowährungen als mehr als nur einen Vermögenswert betrachtet – sie sind eine Lebensader.
Eine fragile Wirtschaft
Experten gehen davon aus, dass der Rubel bis Ende 2024 weiter auf einen Wert zwischen 115 und 129 gegenüber dem Dollar fallen wird.
Der russische Finanzminister hat die Abwertung des Rubels als positiv für das Exportgeschäft gewertet. Eine Rubelabwertung erhöht zwar die Wettbewerbsfähigkeit russischer Waren auf den ausländischen Märkten, aber gleichzeitig steigen die Inlandspreise für Importe, was nach Ansicht von Experten die hohe Inflationsrate in Russland noch weiter verschärfen dürfte.
Die Schwankungen des Rubels wurden durch neue Sanktionen für die russische Finanzindustrie verschärft. Diese Beschränkungen haben sich auf die Auslandszahlungen für den Import und Export von Waren, insbesondere Öl und Gas, ausgewirkt und zu einem Mangel an Devisen in Russland geführt.
Da die meisten russischen Banken aufgrund der Sanktionen keine Dollar-Transaktionen mit amerikanischen Geschäftspartnern durchführen dürfen, hat Russland keine andere Möglichkeit, als Banknoten in großen Mengen zu importieren.
Obwohl sich die Lage etwas entspannt hat, ist die russische Wirtschaft noch nicht ganz über den Berg. Das Land ist weiterhin auf den Verkauf von Öl und Gas als Hauptexporteure angewiesen, und beide sind von den Sanktionen betroffen.
Der Konflikt in der Ukraine bleibt ein Faktor, der das Vertrauen der Investoren untergräbt und weiterhin Ressourcen verschlingt.
Krypto ist keine garantierte Lösung. Aber für Russland ist es ein Risiko, das sich lohnt. Durch die Integration digitaler Währungen in seine Wirtschaft hofft das Land, einen Teil des durch die Sanktionen verursachten Schadens auszugleichen. Ob diese Strategie funktioniert, bleibt abzuwarten.






