Wichtige Einblicke:
- Südkorea hat seine erste Untersuchung gegen Polymarket-Nutzer wegen des Verdachts auf illegale Glücksspiele eingeleitet.
- Die Behörden untersuchen, ob der Handel mit Polymarket gegen Artikel 246 des südkoreanischen Gesetzes verstoßen hat.
- Die Untersuchung könnte Einfluss darauf haben, wie Südkorea die Glücksspielregeln auf Prognosemärkte anwendet.
Polymarket steht im Mittelpunkt der ersten bekannten Ermittlungen in Südkorea, die sich gegen Nutzer einer Blockchain-basierten Prognosemarkt-Plattform richten. Die Polizei untersucht, ob Personen, die auf Polymarket gehandelt haben, gegen die nationalen Glücksspielgesetze verstoßen haben.
Die südkoreanischen Behörden prüfen nun die Teilnahme von Nutzern aus mehreren Regionen. Sie prüfen, ob die bestehenden Glücksspielregelungen auch für Aktivitäten gelten, die über die Plattform durchgeführt werden.
Südkorea eröffnet Ermittlungen gegen Polymarket-Nutzer
Einem Bericht von Chosun Biz zufolge hat die Polizeibehörde der Provinz Gangwon eine Untersuchung gegen südkoreanische Nutzer von Polymarket eingeleitet. Die Ermittlungen begannen nach einer Anfrage des nationalen Polizeipräsidiums.

Die Ermittlungen erstrecken sich auf Nutzer in ganz Südkorea, einschließlich derer, die in der Gangwon-Provinz leben. Die Behörden untersuchen, ob die Aktivitäten auf Polymarket nach geltendem Recht ein illegales Glücksspiel darstellen.
Polymarket ermöglicht es Nutzern, Positionen zu handeln, die mit den Ergebnissen realer Ereignisse verbunden sind. Zu diesen Ereignissen gehören Wahlen, sportliche Aktivitäten, Wirtschaftsdaten und politische Ereignisse.
Die Plattform arbeitet auf der Ethereum-Blockchain und verwendet intelligente Verträge zur Abwicklung von Märkten. Daher finden die Transaktionen ohne einen traditionellen zentralisierten Agenten statt.
Das südkoreanische Gesetz setzt den Wettaktivitäten strenge Grenzen. Laut Chosun Biz gehören die von der Regierung autorisierten Produkte von Sports Toto zu den wenigen legalen Optionen, die Wettenden zur Verfügung stehen.
Für diese Produkte gilt ein Wettlimit von ₩100.000, also etwa 65 $. Die Behörden prüfen daher, ob die über Polymarket abgewickelten Aktivitäten außerhalb des zulässigen Rahmens für Wetten liegen.
Daraufhin prüfen die Ermittler mögliche Verstöße gegen Artikel 246 des Strafgesetzes. Die Vorschrift deckt Glücksspiel- und Gewohnheitsdelikte ab, die mit Geldbußen von bis zu 10 Millionen Euro geahndet werden können.
Der Fall Polymarket könnte die bestehenden Glücksspielgesetze auf die Probe stellen
Der Rechtsanwalt Ahn Chang-bo, der einige der untersuchten Nutzer vertritt, sagte gegenüber Chosun Biz, dass die rechtlichen Voraussetzungen für ein Glücksspieldelikt offenbar gegeben sind.
Ahn wies jedoch auch darauf hin, dass es im Inland keinen bekannten Präzedenzfall für eine Bestrafung der Teilnahme am Polymarkt gibt. Daher bleibt der Ausgang der Untersuchung ungewiss.
Obwohl die Aufsichtsbehörden den Zugang zu Polymarket nicht gesperrt haben, haben südkoreanische Nutzer Berichten zufolge weiterhin direkt auf die Plattform zugegriffen. Die Nutzer konnten auch mit Dollar-gedeckten Stablecoins handeln.
Nach Angaben von Chosun Biz haben die Märkte im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen in Südkorea am 3. Juni Wettaktivitäten im Wert von Hunderten von Milliarden Won angezogen.
Da die Plattform auf einer dezentralen Infrastruktur basiert, wird erwartet, dass sich die Durchsetzungsmaßnahmen auf einzelne Teilnehmer konzentrieren werden. Die Untersuchung konzentriert sich derzeit nicht auf Maßnahmen gegen die Plattform selbst.
Jüngste Durchsetzungsmaßnahmen gehen über zentralisierte Plattformen hinaus
Die Polymarket-Untersuchung folgt auf andere jüngste Aktivitäten im Zusammenhang mit dezentralen Netzwerken in Südkorea.
Im Mai erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen mehrere Personen im Zusammenhang mit dem CATFI Meme Coin Rug Pull. Digital Asset bezeichnete den Fall als die landesweit erste Verhaftung und strafrechtliche Verfolgung unter dem Virtual Asset User Protection Act, an der eine dezentrale Börse beteiligt war.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, dass sie den Token mit Sitz in Solana durch falsche Beiträge in den sozialen Medien beworben hat, bevor sie eine Abzocke durchführte. Die Behörden sagten, dass die Anleger dadurch erhebliche Verluste erlitten.
Auch außerhalb von Südkorea haben Prognosemärkte die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen. Die US-Behörden haben kürzlich den Google-Software-Ingenieur Michele Spagnuolo wegen Insiderhandels im Zusammenhang mit Polymarket-Kontrakten angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, vertrauliche Unternehmensinformationen genutzt zu haben, um von Verträgen zu profitieren, die mit den jährlichen Suchergebnissen von Google zusammenhängen. Unabhängig davon reichte die Commodity Futures Trading Commission eine Zivilklage ein und erklärte, dass die Gesetze zum Insiderhandel auch für Prognosemärkte gelten.






