Wichtige Einblicke:
- Der Ethereum-Kurs erholt sich auf über 1.700 US-Dollar, da die Akkumulation durch Großinvestoren die Marktstimmung verbessert.
- Der Whale 0x54d2 hat sich 10 Millionen US-Dollar in USDe von Aave geliehen, um 5.818 ETH zu kaufen.
- ETF-Abflüsse und eine schwache Tokenomics stellen weiterhin Risiken für die Erholung des ETH-Kurses dar.
Der Ethereum-Kurs stieg am 15. Juni wieder über 1.700 US-Dollar, da sich die Marktstimmung bei Kryptowährungen insgesamt verbesserte. Der Aufschwung folgte auf nachlassende geopolitische Bedenken und neue Käufe durch Großinvestoren. Ethereum legte um fast 4 % zu, da Händler nach dem Rückgang der Ölpreise wieder in Risikoanlagen investierten.
Auch Bitcoin legte zu, während Technologieaktien wieder an Stärke gewannen. Diese Entwicklung verhalf ETH dazu, sich von dem starken Ausverkauf der vergangenen Woche zu erholen. Die Händler bleiben jedoch vorsichtig, da Abflüsse aus Ethereum-ETFs und die schwache Entwicklung der Netzwerkgebühren das Vertrauen weiterhin belasten.
Der Ethereum-Kurs erholt sich, da Großinvestoren wieder kaufen
Die jüngste Transaktion verdeutlicht, wie Großinvestoren die Hebelwirkung von DeFi nutzen, um ihr Engagement in Ethereum zu erhöhen. Der Großinvestor nahm auf Aave gegen Sicherheiten einen Kredit in USDe auf und verwendete die Mittel anschließend zum Kauf weiterer ETH. Dieser Ansatz kann bei steigenden Kursen die Gewinne erhöhen, birgt jedoch auch ein Liquidationsrisiko.

Die Adresse 0x54d2 hält bereits rund 131.000 ETH im Wert von fast 288 Millionen US-Dollar. Damit ist die neue Kreditaufnahme in Höhe von 10 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Gesamtbestand der Wallet relativ gering. Dennoch ist diese Transaktion von Bedeutung, da sie einem Muster folgt, das durch die Aufnahme von Stablecoin-Krediten und den Aufbau von ETH-Beständen gekennzeichnet ist.
Daten von Lookonchain zeigten zudem, dass der „Whale“ etwa 153 Millionen US-Dollar in Stablecoins von Aave geliehen hat. Die Solvabilitätsquote der Wallet lag bei etwa 1,21, bei einem geschätzten Liquidationsschwellenwert von rund 1.420 US-Dollar. Dieser Wert bleibt von Bedeutung, sollte es wieder zu Volatilität kommen.
Der Kursausbruch bei Ethereum rückt die 1.850-Dollar-Marke in den Fokus
Auch aus technischer Sicht hat sich der Ethereum-Kurs nach dem Ausbruch aus einem kurzfristigen Dreiecksmuster verbessert. Durch diese Entwicklung stieg der ETH-Kurs wieder über die 1.700-Dollar-Marke, die sich zu einem wichtigen psychologischen Niveau entwickelt hatte. Die Käufer eroberten zudem den 0,786-Fibonacci-Bereich bei 1.707 Dollar zurück.
Die Momentum-Indikatoren haben sich nach der Erholung verbessert. Der tägliche RSI erholte sich in Richtung 42, nachdem er während des Ausverkaufs stark geschwächt war. Auch das MACD-Histogramm drehte zum ersten Mal seit mehreren Handelstagen ins Positive.

Auf dem Gesamtchart hat sich jedoch noch kein eindeutig bullischer Trend herausgebildet. Ethereum bewegt sich nach dem Rückgang Anfang Juni weiterhin innerhalb eines größeren bärischen Flaggenmusters. Die obere Grenze im Bereich von 1.750 bis 1.800 US-Dollar könnte darüber entscheiden, ob sich die Erholungsdynamik fortsetzt.
Ein deutlicher Durchbruch über diesen Bereich könnte das bärische Szenario schwächen. Dies könnte zudem den Weg in Richtung der Zone zwischen 1.850 und 1.900 Dollar ebnen. Das nächste wichtige technische Niveau liegt bei etwa 1.860 Dollar, basierend auf dem 0,618-Fibonacci-Retracement.
Abflüsse aus ETFs belasten weiterhin die Erholung des Ethereum-Kurses
Die ETF-Kapitalflüsse stellen weiterhin ein wesentliches Risiko für die Erholung des Ethereum-Kurses dar. Daten von SoSoValue zeigen, dass es bei den Spot-Ethereum-ETFs seit mehreren Wochen zu Abflüssen kommt. Dies deutet darauf hin, dass die institutionelle Nachfrage trotz der jüngsten Kurserholung weiterhin verhalten ist.
Auch auf die Tokenomics übt sich zusätzlicher Druck aus. Derzeit findet ein größerer Teil der Aktivitäten auf Layer-2-Netzwerken statt, während die Gebühreneinnahmen im Ethereum-Mainnet weiterhin gering ausfallen. Niedrigere Gebühren können die Verbrennung von ETH verringern, was die deflationäre Stütze schwächt, die viele Händler nach dem Merge im Blick hatten.
Unterdessen zeigen Daten zu Derivaten, dass Händler wieder auf Long-Positionen setzen. Die Refinanzierungssätze sind wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt, nachdem sie während des Kursrückgangs schwach geblieben waren. Dies deutet auf eine verbesserte Marktstimmung hin, auch wenn eine übermäßige Hebelwirkung sich schnell gegen die Bullen wenden kann.

Die Liquidationsdaten von CoinGlass zeigten , dass sich Short-Positionen im Bereich zwischen 1.740 und 1.790 US-Dollar konzentrierten. Ein Anstieg in diesen Bereich könnte Short-Covering auslösen und den Kurs von ETH schneller nach oben treiben. Die Liquidität unterhalb des Marktpreises ist im Bereich um 1.650 USD weiterhin hoch, was diesen Bereich für Käufer wichtig macht. Ein Verlust dieser Zone könnte gehebelte Positionen erneut unter Druck setzen.






