Wichtige Einblicke
- Der Bitcoin-Kurs steht im Fokus, nachdem ein Diebstahl aus einer Coldcard-Wallet die unzureichende Zufälligkeit der Startwerte bei mehreren Coldcard-Modellen offenbart hat.
- Firmware-Updates sichern neue Seeds, können jedoch bereits betroffene Seeds nicht wiederherstellen.
- Bitcoin notiert nahe 62.600 US-Dollar, wobei die Unterstützungsmarke von 60.000 US-Dollar weiterhin im Fokus steht.
Der Bitcoin-Kurs bewegte sich nach einem starken Tagesrückgang nahe der 62.600-Dollar-Marke, während ein groß angelegter Diebstahl aus Coldcard-Wallets neue Sicherheitsbedenken aufkommen lässt. Bei dem gemeldeten Angriff wurden innerhalb von etwa 25 Minuten rund 594 BTC im Wert von etwa 38 Millionen Dollar aus rund 500 Wallets entwendet.
Forscher führten die Verluste auf eine Schwachstelle in der Coldcard-Firmware zurück, die die Zufälligkeit bei der Erzeugung von Startwerten beeinträchtigte. Das Ereignis hat bislang keinen bestätigten marktweiten Ausverkauf ausgelöst. Dennoch stellt es einen weiteren Druckfaktor dar, während sich Bitcoin weiterhin über der genau beobachteten 60.000-Dollar-Marke hält.
Aktuelle Bitcoin-Kursdaten von CoinMarketCap zeigen, dass der Kurs des Vermögenswerts während der Handelssitzung zwischen etwa 62.400 und 65.300 US-Dollar schwankte. Diese Spanne verdeutlicht, dass der Markt bereits vor der Ausweitung der Empfehlung volatil war.
Diebstahl von Coldcard-Wallets führt zum Verlust von Hunderten von Bitcoin-Wallets
K33 Research machte auf den Diebstahl aus der Coldcard-Wallet aufmerksam. Sicherheitsteams verfolgten daraufhin eine Reihe koordinierter Bitcoin-Überweisungen zurück. Eine erste Analyse ergab etwa 500 Wallets mit Einzelsignatur, die jeweils mehr als 0,15 BTC enthielten. Viele dieser Wallets waren jahrelang inaktiv geblieben, bevor der Angreifer die Guthaben abhob.

Bei der ersten Transaktionswelle wurden innerhalb eines engen Zeitfensters von drei Blöcken etwa 594 BTC über Hunderte von Transaktionen bewegt. Etwa 562 BTC gelangten später an eine Adresse, von der aus die Gelder bei der ersten Überprüfung noch nicht bewegt worden waren.
Die betroffenen Coins gelangten zwischen 2021 und 2026 in diese Wallets, was mit dem vermuteten Zeitrahmen der Gefährdung übereinstimmt. Forscher von Block identifizierten später 695 frühere Transaktionen, die denselben On-Chain-Fingerabdruck aufwiesen. Bei diesen Transfers wurden weitere 488,11 BTC bewegt.
Sollte ein Zusammenhang bestehen, könnte sich der Diebstahl aus der Coldcard-Wallet auf etwa 1.082,59 BTC belaufen. Die Forscher bezeichneten diese höhere Gesamtzahl als vorläufig und vorbehaltlich einer weiteren Überprüfung.
Firmware-Sicherheitslücke beeinträchtigt die Zufälligkeit der Startwerte bei verschiedenen Coldcard-Modellen
Die Coldcard-Firmware-Sicherheitslücke wirkte sich darauf aus, wie Geräte Wallet-Seeds erzeugten. Sichere Seeds erfordern ausreichend unvorhersehbare Daten, um Angreifer daran zu hindern, private Schlüssel nachzubilden. Eine geringe Entropie schränkt die möglichen Kombinationen ein und macht automatisiertes Erraten praktikabler.
Coinkite, das Unternehmen hinter Coldcard, richtete seine Warnung ursprünglich auf Mk3-Geräte mit den Firmware-Versionen 4.0.1 bis 4.1.9. Mit seinem Update vom 31. Juli wurde die Warnung ausgeweitet.
Auch auf Mk4 und Mk5 vor Version 5.6.0 erstellte Seeds sind davon betroffen. Q-Seeds, die vor Version 1.5.0Q erstellt wurden, weisen dasselbe Problem auf. Coinkite gab an, dass neuere Modelle etwa 72 Bit Entropie erzeugten, was unter den erwarteten 128 Bit liegt.
Die Sicherheitslücke hängt von der bei der Erstellung des Seeds verwendeten Firmware ab, nicht vom Kaufdatum des Geräts. Coinkite hat für jedes betroffene Modell eine korrigierte Firmware veröffentlicht. Die Installation eines Updates behebt jedoch keinen bereits bestehenden Seed.
Nach der Aktualisierung müssen Nutzer einen neuen Seed-Satz erstellen, die Empfängeradresse überprüfen und Geldbeträge mit Bedacht überweisen. Coinkite empfiehlt, vor der Überweisung des Restguthabens zunächst eine kleine Testtransaktion durchzuführen.

Benutzer, die bei der Erstellung des Seed-Werts mindestens 50 private, unabhängige Würfelwürfe hinzugefügt haben, verfügen möglicherweise über ausreichend externe Entropie. Starke BIP-39-Passphrasen bieten ebenfalls zusätzlichen Schutz, obwohl Coinkite weiterhin eine Migration empfiehlt. Eine Geräte-PIN bietet nicht denselben Schutz wie eine separate Passphrase.
Diebstahl von Coldcard-Wallets erhöht den Druck in der Nähe der Bitcoin-Unterstützungsmarke
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notierte Bitcoin laut Daten von CoinMarketCap bei rund 62.600 US-Dollar. Dieser Kurs lag etwa 3 % unter dem vorherigen Schlusskurs. Der Bitcoin-Kurs blieb trotz des Diebstahls bei der Coldcard-Wallet und des allgemeinen Verkaufsdrucks über der 60.000-US-Dollar-Marke.
Der Abfluss führte zu direkten Verlusten für die betroffenen Inhaber. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass die gestohlenen Coins den allgemeinen Kursrückgang verursacht haben.
Die 60.000-Dollar-Marke fungiert nun als nächste wichtige psychologische Unterstützung. Ein anhaltender Rückgang unter diese Marke könnte den Fokus auf den Bereich um 58.000 Dollar lenken. Bitcoin muss zunächst die 64.000-Dollar-Marke zurückerobern, um den unmittelbaren Abwärtsdruck zu verringern.
Dieser Artikel dient jedoch ausschließlich zu Informationszwecken, und die Kursziele sollten nicht als Finanz- oder Anlageberatung angesehen werden.
Unterdessen ist es weiterhin wichtig, die gebündelten Guthaben des mutmaßlichen Angreifers des Coldcard-Wallets im Auge zu behalten. Eine große Überweisung an eine Börse könnte kurzfristig zusätzliche Bedenken hinsichtlich des Angebots aufkommen lassen.






