Wichtige Erkenntnisse
- Anthropic strebte im Vorfeld seines Börsengangs in den USA einen Erlös von 3,5 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von Aktien in Japan an.
- Mizuho Securities wird die Emission in Japan gemeinsam mit anderen großen Finanzinstituten betreuen.
- Die potenzielle Bewertung von Anthropic in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar bleibt unbestätigt, da Investoren derzeit die finanzielle Performance des Unternehmens bewerten.
Der Börsengang von Anthropic könnte laut einer am 2. November eingereichten Wertpapiermeldung bis zu 3,5 Milliarden US-Dollar von japanischen Investoren einbringen. Die vorgeschlagene Zuteilung steht im Zusammenhang mit dem geplanten Nasdaq-Börsengang des Entwicklers für künstliche Intelligenz.
Mizuho Securities wird die Emission in Japan koordinieren, während andere internationale Banken die Anlegeraufträge abwickeln werden. Anthropic hat jedoch weder seine Bewertung noch den Aktienkurs oder den Termin für die Notierung endgültig festgelegt.
Anthropic strebt bei seinem Börsengang 3,5 Milliarden US-Dollar von japanischen Investoren an
In den japanischen Unterlagen wurde ein Emissionsvolumen in Höhe von umgerechnet etwa 3,5 Milliarden US-Dollar angegeben. Bloomberg berichtete, dass Mizuho Securities den Vertrieb in Japan übernehmen werde.

Goldman Sachs, Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities und Morgan Stanley MUFG Securities würden ebenfalls die Aufträge der Anleger abwickeln. Die Mizuho Financial Group und die Mitsubishi UFJ Financial Group schlossen sich den Konsortialvereinbarungen an.
Der Börsengang von Anthropic bot japanischen Anlegern Zugang zu einem der größten geplanten Börsengänge im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die japanische Zuteilung stellte jedoch nur einen Teil des umfassenderen US-Angebots dar.
In den Unterlagen hieß es, dass die Erlöse aus den neu ausgegebenen Aktien zur Finanzierung des Betriebskapitals dienen sollten. Anthropic plante zudem, Betriebsausgaben und Investitionsausgaben über das Börsenangebot zu finanzieren.
Diese Ausgabenkategorien deckten den Finanzierungsbedarf des Unternehmens ab und nicht Zahlungen an bestehende Aktionäre. Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, da im ausführlichen Prospekt von Anthropic die von verkaufenden Aktionären angebotenen Aktien gesondert ausgewiesen wurden.
Inder bei der SEC eingereichten Meldung von Anthropic hieß es, dass das Unternehmen keine Erlöse aus diesen Sekundärverkäufen von Aktien erhalten würde. Den Anlegern standen daher im Rahmen des geplanten Börsengangs zwei unterschiedliche Transaktionen bevor.
Der internationale Kapitalbeschaffungsplan reichte zudem über Japan hinaus. Der Marktkommentator Nic Puckrin hob in einem X-Beitrag Australien, Kanada und Teile Europas hervor.
In seinem Kommentar wurden jedoch keine bestätigten Zuteilungen für diese Märkte genannt. Für den Börsengang von Anthropic lagen noch keine öffentlich festgelegten Ausgabepreise und Aktienmengen vor.
Bewertung des Anthropic-Börsengangs vor der Notierung an der Nasdaq weiterhin ungeklärt
In den japanischen Unterlagen wurden weder das Gesamtvolumen des Börsengangs von Anthropic noch die endgültige Unternehmensbewertung offengelegt. Finanzberichten zufolge hatten Investoren eine potenzielle Bewertung von rund 1,5 Billionen US-Dollar diskutiert.
Diese Zahl blieb jedoch eher spekulativ und stellte keinen bestätigten Preis für den Börsengang dar. Für den Börsengang von Anthropic müsste zunächst der endgültige Aktienpreis feststehen, bevor eine Bewertung auf dem öffentlichen Markt ermittelt werden kann.
Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Anthropic einen Börsengang für Mitte November angestrebt habe. In seinem Bericht vom 1. Oktober wurde zudem die Woche vom 9. November als mögliches Zeitfenster für den Börsengang genannt.
In der SEC-Registrierung wurde jedoch kein verbindlicher Handelstermin angegeben. Dort hieß es, der geplante Verkauf werde beginnen, sobald die Registrierung in Kraft getreten sei.
Im US-Prospekt wurden Goldman Sachs und Morgan Stanley als Vertreter der Konsortialbanken genannt. Außerdem wurden bedeutende Finanzinstitute wie JPMorgan, Citigroup, Barclays und Mizuho aufgeführt.
Der Börsengang von Anthropic folgte auf eine vertrauliche Registrierungsanmeldung im Juni 2026. Anthropic reichte daraufhin am 26. Oktober sein öffentliches Formular S-1 ein.
Der Prospekt sah die Notierung von Stammaktien der Klasse A am Nasdaq Global Select Market vor. Ein endgültiger Ausgabepreis oder die Gesamtzahl der Aktien wurden darin nicht festgelegt.
Das Umsatzwachstum von Anthropic geht mit hohen finanziellen Kosten einher
In der bei der SEC eingereichten Meldung wies Anthropic für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 16,3 Milliarden US-Dollar aus. Im Vergleich dazu belief sich der Umsatz im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025 auf 1,2 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen meldete für denselben Sechsmonatszeitraum einen operativen Verlust von 693 Millionen US-Dollar. Im ersten Halbjahr 2025 belief sich der operative Verlust auf 2,1 Milliarden US-Dollar.

Diese Ergebnisse deuteten auf eine sich verbessernde operative Leistung hin, trotz anhaltender Investitionserfordernisse. Der vom Unternehmen ausgewiesene Nettoverlust zeichnete jedoch ein komplexeres finanzielles Bild.
Anthropic verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen Nettoverlust in Höhe von 80,7 Milliarden US-Dollar. In der Anmeldung wurden 72,4 Milliarden US-Dollar dieses Betrags auf Bewertungsänderungen bei Finanzinstrumenten zurückgeführt.
Der buchhalterische Aufwand unterschied sich daher von den direkten operativen Verlusten des Unternehmens. Diese Unterscheidung ist bei der Beurteilung der finanziellen Lage im Vorfeld des Börsengangs von Anthropic von Bedeutung.
Im Prospekt wurde zudem darauf hingewiesen, dass sich die bisherigen Umsatzwachstumsraten möglicherweise nicht fortsetzen würden. Anthropic nannte Wettbewerb, Infrastrukturausgaben und operative Risiken als Herausforderungen für das Unternehmen.
Für japanische Anleger lieferten diese Angaben zusätzliche Hintergründe zur geplanten Aktienzuteilung. Das starke Umsatzwachstum konnte die Fragen hinsichtlich zukünftiger Kosten und Rentabilität nicht ausräumen.
Der Börsengang von Anthropic steht nun im Fokus der Anleger, die die Preisgestaltung, die finanzielle Entwicklung und den Kapitalbedarf genau unter die Lupe nehmen. Das japanische Kapitalbeschaffungsziel bleibt vorläufig, bis das Unternehmen das Emissionsangebot endgültig festlegt.






