Die Europäische Kommission hat Pläne für bedeutende Reformen zur Zentralisierung der Aufsicht über Finanzdienstleistungen angekündigt.
Die Kommission beabsichtigt, Börsen, Clearinghäuser und Kryptowährungsbörsen zu regulieren.
Dies steht im Einklang mit seinem Ziel, die Kapitalmarktunion zu vollenden. Gleichzeitig hat der IWF Bedenken über das schnelle Wachstum von Stablecoins geäußert.
Der IWF hat auch das erhöhte Risiko hervorgehoben, das von Fintech- und Big-Tech-Firmen in der globalen Finanzintermediation ausgeht.
Nach Angaben der Financial Times sieht die Reform der Kommission auch eine Ausweitung der Befugnisse der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) vor.
Die ESMA erhält eine direkte Aufsichtsbefugnis über Börsen und Clearinghäuser. Das bedeutet, dass die Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen nun auch der Aufsicht der ESMA unterliegen werden.
Die Reform wird auf große Finanzinstitute abzielen, die in mehreren Mitgliedstaaten tätig sind.
Der Vorschlag zielt darauf ab, die regulatorische Fragmentierung zwischen den Mitgliedstaaten zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu verbessern.
ESMA soll SEC-ähnliche Befugnisse erhalten
Als Teil des Plans würde die ESMA eine direkte Aufsicht über bedeutende grenzüberschreitende Organisationen erhalten.
Dazu gehören Börsen, Anbieter von Kryptowährungswerten und Nachhandelsunternehmen wie Clearinghäuser.

Die ESMA hätte auch die Befugnis, Streitigkeiten zwischen nationalen Regulierungsbehörden und großen Vermögensverwaltern durch verbindliche Entscheidungen zu schlichten.
Deutschland hat sich für den Vorschlag ausgesprochen, während Luxemburg und Irland vorsichtiger sind.
Sie sind besorgt über die Aufgabe der nationalen Kontrolle und die möglichen unverhältnismäßigen Auswirkungen auf kleinere Finanzsektoren.
Branchenverbände haben auch Bedenken hinsichtlich höherer Befolgungskosten und der Möglichkeit geäußert, dass die ESMA mit ihren Erwartungen zu weit geht.
Die Kommission prüft weiterhin alternative Aufsichtsmodelle und arbeitet daran, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen EU-weiten Interessen und lokalem Fachwissen zu finden.
Die Reformen sind Teil der umfassenderen Bemühungen, die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu verbessern und ihre Finanzmärkte zu harmonisieren.
Wenn diese Reformen in Kraft treten, könnten sie die Art und Weise verändern, wie Finanzdienstleistungen, einschließlich Kryptowährungen, in der gesamten EU reguliert werden.
IWF warnt vor Stablecoin-Anstieg und Fintech-Risiken
In einer anderen Entwicklung hob der IWF das explosive Wachstum von Stablecoins hervor. USDT und USDC sind die beiden größten Stablecoins.
Sie sind in den letzten Jahren schnell gewachsen. Bis 2022 hatte ihr kombinierter Marktwert 200 Milliarden Dollar überschritten. Der IWF warnte, dass Stablecoins schnellere Zahlungen und besseren finanziellen Zugang bieten.
Er sagte, dass sie auch Risiken für die Währungskontrolle und die Finanzstabilität mit sich bringen und fügte hinzu, dass Stablecoins die Bemühungen zur Bekämpfung der Geldwäsche schwächen könnten.

Die Organisation forderte eine vorausschauende Regulierung, um diese Risiken zu managen und Transparenz bei der Absicherung von Vermögenswerten zu gewährleisten.
Der IWF erörterte auch, wie Fintech und große Technologieunternehmen die Finanzdienstleistungen verändern.
Globaler Vorstoß für intelligentere Regulierung
Sowohl die Entwicklungen in der EU als auch beim IWF spiegeln die wachsenden globalen Bemühungen zur Regulierung des digitalen Finanzwesens wider. Der IWF unterstützt Initiativen wie das Projekt Agorá, das einheitliche Hauptbücher für grenzüberschreitende Zahlungen erforscht.
Er unterstreicht die Notwendigkeit einer starken öffentlichen Infrastruktur. Er fordert private Innovationen, um den Fortschritt voranzutreiben, und plädiert für eine koordinierte Politik, um die finanziellen Risiken zu mindern.
Während sich digitale Vermögenswerte und Plattformen weiterentwickeln, haben die Regulierungsbehörden Mühe, Schritt zu halten. Die von der EU vorgeschlagenen Reformen und die Warnungen des IWF unterstreichen die Dringlichkeit, widerstandsfähige, integrative und gut regulierte Finanzsysteme aufzubauen.






