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Der Altcoin-Season-Index erreicht 86, doch die Schwäche von Bitcoin gibt den Ausschlag

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Die „überdurchschnittliche Wertentwicklung“ der Altcoins spiegelt eher die Schwäche von Bitcoin wider als die Stärke der Altcoins selbst.
  • Der Kursrückgang von Bitcoin ist auf das makroökonomische Umfeld zurückzuführen und nicht auf einen kryptospezifischen Verkaufsdruck.

Der Altcoin-Zyklus-Index von Glassnode stieg am Dienstag auf 86 – ein Wert, der traditionell eine Kapitalumschichtung von Bitcoin hin zu alternativen Kryptowährungen signalisiert. Der aktuelle Stand vermittelt jedoch ein anderes Bild.


Quelle: Coinglass

Anstatt eine allgemeine Rallye der Altcoins widerzuspiegeln, scheint der Indikator auf den stärkeren Rückgang von Bitcoin zu reagieren. Bitcoin fiel diese Woche unter 63.000 US-Dollar, während viele Altcoins lediglich langsamer an Wert verloren. Diese relative Widerstandsfähigkeit reichte aus, um das Signal auszulösen, obwohl es nur begrenzte Anzeichen für einen Zufluss von frischem Kapital in den Sektor gab.

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Was der Altcoin-Season-Index tatsächlich misst

Die Verwirrung beschränkt sich nicht auf eine einzige Datenquelle. Der „Altcoin Season Index“ von CoinMarketCap liegt derzeit bei nur 45 und damit im Bereich der „Bitcoin-Saison“. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Community-Studie der Plattform hervor. Um von einer „Altcoin-Saison“ sprechen zu können, müssen laut dieser Studie 75 der 100 führenden Altcoins Bitcoin über einen rollierenden Zeitraum von 90 Tagen hinweg übertreffen.


Quelle: Coinmarketcap

Die Methodik beider Indikatoren unterscheidet sich grundlegend, was den Unterschied erklärt. Das Modell von Glassnode erfasst das relative Momentum, weshalb es ein Signal auslöst, sobald Altcoins weniger an Wert verlieren als Bitcoin – unabhängig davon, ob sie tatsächlich einen Aufschwung verzeichnen.

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Der Index von Glassnode dient dazu, die relative Stärke zu erfassen, während der Index von CoinMarketCap darauf ausgelegt ist, einen echten, strengeren Schwellenwert sowie eine breit angelegte Rotation zu bestätigen. Derzeit ist nur eine dieser Bedingungen erfüllt.

Was drückt den Bitcoin-Kurs tatsächlich nach unten?

Auslöser für die Entwicklung am Dienstag war ein allgemeiner Ausverkauf am Aktienmarkt und nicht kryptospezifische Nachrichten. Dabei kam es bei den in diesem Jahr am besten abschneidenden AI- und Halbleiteraktien zu Gewinnmitnahmen. Der Nasdaq schloss am Montag mit einem Minus von 1,3 %, und der Abverkauf setzte sich über Nacht in den asiatischen Handelsstunden fort, wobei der südkoreanische Kospi um 6 % nachgab. Gleichzeitig rutschte auch Bitcoin unter die 63.000-Dollar-Marke, die als wichtige Zone gilt.


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Diese Entwicklung zeigt, wie sehr Kryptowährungen nach wie vor mit der allgemeinen Anlegerstimmung verknüpft sind. Wenn Kapital aus Risikoanlagen wie Wachstumsaktien abgezogen wird, sehen sich auch Kryptowährungen einem ähnlichen Verkaufsdruck ausgesetzt. Und die Schwäche von Bitcoin könnte die allgemeine Rallye der Altcoins verzögern, die der Altcoin-Zyklus-Index von Glassnode offenbar signalisiert.

Die ausgleichende Kraft: Öl und die Iran-Gespräche

In die entgegengesetzte Richtung wirkt sich die stetige Entspannung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran aus. Washington hat dem Iran Erleichterung verschafft, indem es ihm gestattet hat, den Ölverkauf für 60 Tage wieder aufzunehmen, und die Verhandlungsführer haben die laufenden Gespräche als positiv bezeichnet. Der Preis für Brent-Rohöl schloss am Dienstag unter 78 US-Dollar pro Barrel, was den mit den Energiekosten verbundenen Inflationsdruck mildern könnte. Dies verschafft der FED mehr Spielraum, ihre restriktive Haltung zu lockern – ein moderater Rückenwind für Risikoanlagen wie Bitcoin.

Laut Marktdaten von CoinDesk verzeichneten US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs fünf Wochen in Folge Nettoabflüsse. Dies deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger gegenüber Kryptowährungen weiterhin zurückhaltend sind, obwohl sich die allgemeinen makroökonomischen Rahmenbedingungen langsam verbessern.

Strategy hat erneut 520 BTC hinzugekauft und damit seine Vorgehensweise fortgesetzt, BTC in Phasen der Schwäche zu kaufen, anstatt sich davon fernzuhalten.

Wie eine echte Altcoin-Saison aussehen würde

Eine echte Altcoin-Saison, wie sie 2017 und 2021 zu beobachten war, ist dadurch gekennzeichnet, dass Kapital in kleinere Token fließt. Dies führt zu einer tatsächlichen Kursrallye und nicht nur zu einem geringeren Verkaufsdruck. Was derzeit geschieht, ist eher das Gegenteil: Altcoins haben sich nach einem langen Rückgang stabilisiert, und diese Stabilität wird als Stärke gegenüber einem Bitcoin gewertet, der derzeit schneller fällt. Laut Glassnode gilt dies technisch gesehen als „Altcoin-Outperformance“, spiegelt jedoch eher die Schwäche des größten Vermögenswerts des Marktes wider als die Stärke der Altcoins.

Solange die Altcoins nicht anziehen, sondern lediglich weniger stark fallen als Bitcoin, sagt der Wert von 86 laut Glassnode mehr über den starken Rückgang von Bitcoin aus als über irgendwelche positiven Entwicklungen bei den Altcoins.

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