Wichtige Einblicke:
- Fast 80 % der BTC-Transaktionen sind mittlerweile Mikrotransaktionen, was vor allem auf die wiederbelebte Aktivität im Bereich der Bitcoin-Ordinals, Runes und Inschriften zurückzuführen ist.
- Daten von CryptoQuant zeigen, dass der Markt zwischen Euphorie und Kapitulation feststeckt, was die Händler zu einer langen Phase der Geduld zwingt.
- Ki Young Ju sagt, die größte Herausforderung für Bitcoin könnte eher ein anhaltender Seitwärtstrend als ein drastischer Marktcrash sein.
Bitcoin-Ordinals stehen erneut im Fokus, nachdem Mikrotransaktionen wieder im Netzwerk Einzug gehalten haben. Aktuelle Daten zeigen, dass kleinere Überweisungen mittlerweile den Großteil der Bitcoin-Transaktionen ausmachen. Auch die Netzwerkaktivität nimmt zu. Gleichzeitig diskutieren Analysten über Marktgewinne und warnen davor, dass eine anhaltende Preisstagnation das Vertrauen der Anleger auf die Probe stellen könnte.
Bitcoin-Ordinalzahlen lösen einen Neustart der Mikrotransaktionen aus
Bitcoin-Ordinals stehen wieder im Fokus, nachdem neue Daten einen starken Anstieg kleiner Transaktionen im gesamten Netzwerk gezeigt haben . Laut CryptoQuant haben fast 80 % aller Bitcoin-Transaktionen mittlerweile einen Wert von weniger als 0,01 BTC.
Der Anstieg wird mit einer erneuten Aktivität bei Runes, Ordinals und Inschriften in Verbindung gebracht. Diese füllen die Blöcke erneut mit kleineren Transaktionen.
Der Anstieg der Mikrotransaktionen hat dazu geführt, dass die täglichen Transaktionszahlen fast wieder das Niveau erreicht haben, das zuletzt in früheren Phasen hoher Netzwerkauslastung zu beobachten war. Auch die Anzahl der Transaktionen pro Block ist gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass der Wettbewerb um Blockplatz zunimmt, selbst ohne größere Schwankungen des Bitcoin-Kurses.
Die wieder zunehmende Aktivität hat sich auch auf den Bitcoin-Mempool ausgewirkt. Die Anzahl der ausstehenden Transaktionen, die auf ihre Bestätigung warten, hat den höchsten Stand seit Anfang 2025 erreicht. Da immer mehr Nutzer um den begrenzten Platz in den Blöcken konkurrieren, können die Transaktionsgebühren steigen, da die Nutzer bereit sind, mehr zu zahlen, um eine schnellere Bearbeitung ihrer Überweisungen zu erreichen.

Dennoch hat Bitcoin den Anstieg der Netzwerkaktivität nicht mit einer starken Kursrallye einhergehen lassen. Während die On-Chain-Nutzung zugenommen hat, bewegt sich der Markt weiterhin innerhalb einer relativ engen Spanne. Angesichts dieses Kontrasts beobachten Händler nun, ob sich die stärkere Netzwerknachfrage letztendlich im Kurs widerspiegeln wird oder ob sie auf die durch Ordinals und verwandte Protokolle generierte Aktivität beschränkt bleibt.
Die Daten zu Gewinnen und Verlusten bei Bitcoin deuten auf einen geduldigen Markt hin
Gleichzeitig deutet ein weiterer Indikator von CryptoQuant darauf hin, dass der Markt weder von extremem Optimismus noch von tiefer Angst geprägt ist.
Der CryptoQuant-Analyst Maartunn verwies auf den Gewinn- und Verlustindex der Plattform. Er erklärte, die Daten stützten bislang nicht die Ansicht, dass der Markt den endgültigen Tiefpunkt der Baisse erreicht habe. Stattdessen zeige der Indikator eine Situation, die zwischen Euphorie und Panik liege.

Er beschrieb die aktuelle Phase als eine Phase der Langeweile. Es gibt keine Anzeichen für jene Art von Euphorie, die oft kurz vor Marktgipfeln auftritt. Allerdings gibt es auch keine flächendeckenden Verkäufe, die üblicherweise die Endphase eines Bärenmarktes kennzeichnen.
Dieses Bild deckt sich mit dem jüngsten Handelsverlauf. Bitcoin bewegte sich über lange Zeiträume hinweg seitwärts. Dies gab den Händlern kaum Anlass, höheren Kursen hinterherzulaufen, und führte auch nicht zu größeren Panikverkaufswellen.
Langeweile wird zur größeren Bewährungsprobe für Anleger
Ki Young Ju, Gründer von CryptoQuant, ist der Ansicht, dass das größere Risiko für Bitcoin nicht in einem plötzlichen Einbruch liegt, sondern darin, dass der Markt über Jahre hinweg ruhig bleibt.
Er argumentierte, dass längere Phasen ohne nennenswerte Kursgewinne die Nachfrage schwächen könnten. Dies könnte es für Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf Bitcoin-Strategien basiert, erschweren, weiterhin das Interesse der Anleger zu wecken. Er verwies auf das Kapitalbeschaffungsmodell von Michael Saylor und erklärte, dieses beruhe auf dem anhaltenden Vertrauen, dass Bitcoin im Laufe der Zeit immer höhere Kursniveaus erreichen werde.
Ki ging auch darauf ein, wie sich die Darstellung von Bitcoin im Laufe der Jahre gewandelt hat. Er erklärte, dass frühere Narrative wie „digitales Gold“, „Geld der Freiheit“ und die „Akzeptanz durch institutionelle Anleger“ dazu beigetragen hätten, neue Investoren für den Markt zu gewinnen.
Viele dieser Themen haben sich inzwischen erschöpft. Neuere Konzepte wie Bitcoin-Bankgeschäfte und digitale Kredite sind für die Öffentlichkeit möglicherweise schwerer nachzuvollziehen.
Trotz dieser Bedenken erklärte Ki, er gehe weiterhin davon aus, dass im Laufe der Zeit große Mengen an institutionellem Kapital in den Markt fließen könnten. Er ist zudem der Ansicht, dass Bitcoin langfristig weiter steigen könne. Seine Sorge ist, dass der Markt nun möglicherweise eine neue Geschichte benötige, die für normale Anleger leicht verständlich sei, um die nächste Nachfragwelle anzuziehen.






