Wichtige Einblicke:
- Der Kryptomarkt steht vor der Veröffentlichung der US-PCE-Inflationsdaten und dem Ablauf einer großen Anzahl von Bitcoin-Optionen.
- Die BofA und die Deutsche Bank rechnen nun mit Zinserhöhungen der Fed im Jahr 2026.
- Bitcoin muss die Marke von 60.587 US-Dollar halten, um einen stärkeren Abwärtsdruck zu vermeiden.
Der Kryptomarkt steht vor einer Woche mit hohem Risiko, da Bitcoin derzeit bei rund 62.500 US-Dollar gehandelt wird. Händler richten ihr Augenmerk auf die am Donnerstag veröffentlichten US-PCE-Inflationsdaten sowie auf den am Freitag anstehenden Verfall zahlreicher Bitcoin-Optionen. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund, dass große Banken nun davon ausgehen, dass der Zinserhöhungszyklus der Fed im Jahr 2026 wieder aufgenommen wird.
BofA Global Research rechnet in diesem Jahr mit drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte. Die Deutsche Bank erwartet zwei Zinserhöhungen, beginnend im September. Diese Entwicklung hat den Druck auf Risikoanlagen erhöht, während die Bitcoin-Optimisten die wichtige Unterstützungszone bei 60.000 US-Dollar verteidigen.
Kryptomarkt steht vor der Veröffentlichung der US-PCE-Inflationsdaten und dem Ablauf von Optionen im Wert von 10 Mrd. US-Dollar
Der Kryptomarkt steht innerhalb von 24 Stunden vor zwei großen Herausforderungen. Die US-PCE-Inflationsdaten für Mai werden am Donnerstag um 8:30 Uhr EDT veröffentlicht. Am Freitagmorgen werden dann auf Deribit Bitcoin-Optionen im Wert von mehr als 10 Milliarden US-Dollar abgerechnet.
Für Händler ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Inflationsdaten können die Liquiditätserwartungen schnell neu justieren. Optionsabsicherungen können die Kursbewegung bis zur Abrechnung dann noch verstärken.
Bitcoin hat bereits einen schwierigen Juni hinter sich. Der Kurs fiel kurzzeitig unter 60.000 US-Dollar, bevor er sich zwischen 62.000 und 67.000 US-Dollar einpendelte. Diese Spanne ist nun von Bedeutung, da große Optionspositionen um die nahegelegenen Ausübungspreise herum liegen.

Die Daten von Deribit zeigen den 60.000-Dollar-Put als wichtigen Abwärtsbereich. Der 80.000-Dollar-Call bleibt eine bedeutende Hürde auf der Aufwärtsseite. Das „Max-Pain“-Niveau liegt bei etwa 74.000 Dollar und damit immer noch deutlich über dem Kassakurs.
Sollte die US-PCE-Inflation über den Erwartungen liegen, könnte Bitcoin die 60.000-Dollar-Marke erneut testen. Ein schwächerer Wert könnte den Druck durch die Renditen und den Dollar mildern. Dies könnte eine kurze Erholungsrallye vor dem Verfall der Optionen begünstigen.
Kryptomarkt beobachtet, wie sich die Erwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung der Fed auf die Risikobewertung auswirken
Auch der Kryptomarkt passt sich derzeit an eine deutlichere Veränderung der Erwartungen hinsichtlich der Fed an. Die BofA und die Deutsche Bank rechnen nun mit Zinserhöhungen im Jahr 2026. Dies stellt eine klare Abkehr von früheren Prognosen einer unveränderten Zinspolitik dar.
Die BofA rechnet im September, Oktober und Dezember mit Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte. Die Deutsche Bank erwartet Zinserhöhungen im September und Dezember. Beide Banken verweisen auf die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und eine restriktivere Haltung der Fed.
Die Fed hat die Zinsen Anfang dieses Monats unverändert belassen. Allerdings wies fast die Hälfte der Entscheidungsträger auf Zinserhöhungen im laufenden Jahr hin. Dadurch verlagerte sich der Fokus der Märkte weg von Zinssenkungen und zurück auf das Inflationsrisiko.
Die Aussicht auf eine Zinserhöhung durch die Fed ist für Bitcoin in der Regel eine Herausforderung. Höhere Zinsen lassen die Anleiherenditen steigen und stärken den Dollar. Dies macht zinslose Anlagen in Phasen der Risikoscheu weniger attraktiv.
Die jüngste Inflationsentwicklung hat diesen Druck aufrechterhalten. Der Gesamt-PCE stieg im April gegenüber dem Vorjahr um 3,8 %. Der Kern-PCE blieb bei 3,3 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2023.
Der Kryptomarkt wartet nun darauf, ob die Daten für Mai diesen Druck bestätigen werden. Ein starkes Ergebnis könnte es erschweren, die Erleichterungsmaßnahmen der Fed in die Kurse einzupreisen. Es könnte zudem die Nachfrage institutioneller Käufer dämpfen.
Die Bitcoin-Unterstützung bei rund 60.000 US-Dollar wird zur wichtigsten Marktlinie
Die On-Chain-Struktur von Bitcoin verdeutlicht, warum der Bereich um 60.000 US-Dollar von Bedeutung ist. Der Analyst Ali Charts stellte fest, dass über 1,3 Millionen BTC im Bereich zwischen 60.000 und 63.000 US-Dollar gehandelt wurden. Damit handelt es sich um das größte Volumencluster der letzten Zeit.

Die unmittelbare Unterstützungsmarke liegt bei 60.587 US-Dollar. Ein Tagesabschluss unterhalb dieses Niveaus könnte den aktuellen Trend schwächen. Dies könnte zudem die nächste wichtige Zone bei 46.702 US-Dollar freilegen, in der 150.000 BTC gehandelt wurden.
Darunter zeichnet sich bei etwa 37.867 US-Dollar eine weitere Unterstützungszone mit hohem Handelsvolumen ab. Auf diesem Niveau wurden rund 207.000 BTC gehandelt. Anhand dieser Zonen können Händler einschätzen, an welchen Stellen Käufer im Falle einer stärkeren Korrektur möglicherweise wieder ins Spiel kommen könnten.
Der Kryptomarkt wurde bereits von einer Welle von Zwangsverkäufen getroffen. Innerhalb von 24 Stunden wurden Krypto-Positionen im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar ausgelöscht. Bei den Bitcoin-Zwangsverkäufen handelte es sich hauptsächlich um Long-Positionen.
Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs haben den Druck weiter erhöht. Die Nachfrage institutioneller Anleger hat nachgelassen, während die makroökonomischen Risiken zugenommen haben. Dadurch ist Bitcoin stärker dem Risiko ausgesetzt, dass die Tageskurse bei etwa 60.000 US-Dollar schließen.
Ein Halten über 60.587 US-Dollar würde den aktuellen Unterstützungsblock intakt halten. Ein Durchbrechen dieser Marke würde den Fokus auf tiefere On-Chain-Nachfragezonen lenken.






